Erziehung von Autisten

Machst du alles richtig?

Gibt es denn die richtige Erziehung von Autisten? 

Wo stehen die, manchmal so dringend benötigten, Richtlinien zum richtigen Verhalten von uns Eltern?

Der Alltag

Ihr seid zu Besuch bei Freunden. 

Alles läuft gut, und dein Kind scheint sich zu amüsieren.

Das verträgt sie doch ganz gut“, denkst du. Wenige Minuten später schreit deine Tochter und schlägt um sich.

Oje, warum habe ich nicht daran gedacht, die Gastgeberin darum zu bitten, die Türklingel leise zu stellen?“, schimpfst du auf dich in Gedanken.

Oder

Es ist Sonntag.

Du hast heute nur wenig geschlafen. Dein Sohn ist seit 10 Minuten wach und schon herrscht Weltuntergangsstimmung.

Der Grund:

Gestern beim Einkauf hast du vergessen, sein Müsli zu kaufen.

Und schon bist du angespannt, „der Tag wird sicher schrecklich. Und morgen früh erst! Wie konnte ich das nur vergessen?“ 

Je älter unsere Kinder werden, desto strenger werden wir mit uns selbst. Wir wollen um jeden Preis unserem Kind und vielleicht der ganzen Familie den Frust und die Gefühlsausbrüche ersparen.

Aber ist das möglich? Kannst du alles im Voraus planen?

Gehe nochmal zurück in deiner Erinnerung.

Woher weißt du, dass dein Kind dieses T-Shirt niemals anziehen wird?

Wer hat dir gesagt, dass dieses Geräusch dein Kind zum anhaltenden Schreien bringen wird?

Warum bekommst du Bauchschmerzen, wenn du einen Krankenwagen heulen hörst?

Und warum willst du nicht, dass eine bestimmte Nachbarin, die immer stark parfümiert ist, sich deinem Kind nähert?

Genau. Nur dadurch:

  1. Tun
  2. Beobachten
  3. Schlüsse ziehen
  4. Vermeiden bzw. anders machen

Wir können unmöglich im Voraus wissen, was unser Kind verträgt oder zur Verzweiflung bringt.

Wir orientieren uns vielleicht an anderen Eltern oder an unseren anderen Kindern. Stellen fest, dass es bei unserem Autisten nicht funktioniert und ändern unser Verhalten.

Und manchmal haben wir Glück und machen genau das Richtige 🙂

Dazwischen „Weltuntergang“.

Machst du also alles richtig?

Meine Antwort ist: Ja!

Schaue, was der Tag so bringt. Mach das, was du machst oder in dem Moment für nötig hältst.

Was gestern funktionierte, geht heute plötzlich nicht.

Kannst du vorher nicht wissen.

Andere Sachen, die gestern unmöglich waren, klappen heute.

Kannst du auch nicht vorher wissen.

(Achtung, ab hier Metapher)

Wer autistische Kinder erzieht, befindet sich oft im Blindflug. Die gewöhnlichen Höhenanzeiger funktionieren nicht. Landkarte gibt es keine.

Wir steuern unser Erziehungsflugzeug nach Gefühl. Und dabei streifen wir automatisch an einigen Felsen.

Es wird Tage geben, da trägt dich der Wind. An anderen Tagen wird es sich anfühlen, als hättest du eine Bruchlandung erlitten.

Nun, so geht es uns allen.

Wenn du lange genug unterwegs bist, wirst du einige Felsen auswendig kennen.

Bis es so weit ist, brauchen wir viel Geduld, viel Bauchgefühl und ein bisschen mehr vom klaren Himmel.

Bleibe positiv. Sei du selbst.

Alles Liebe

Deine Tanja 


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