Entscheidung treffen – schnell und einfach, auch wenn du noch nicht bereit bist

Kaffee oder Tee?

Wasser.

Diese Entscheidung war leicht.

Die Frage, ob wir auf dem Land oder in der Stadt leben wollen, beantworten uns meist unsere Finanzen (oder die Bank).

Ob wir müde sind, unser Körper.

Ob unser autistisches Kind die Schule wechseln soll, wird dann plötzlich zu einer Frage, die uns alle Kraftreserven raubt.

Und den Schlaf dazu.

Warum du keine Entscheidung treffen kannst

1) Es geht nicht direkt um dich

Denn selbst kannst du jeden Fehler aushalten. Wenn er dich betrifft.

Dem eigenen Kind wünschst du nur das Beste.

​Also muss auch die Entscheidung die beste sein. 

Und schon sitzt du in der „ich-kann-nicht-handeln-Falle“.

2) Du weißt nicht, was du bekommst

Jede Entscheidung ist erstmal eine Entscheidung fürs Ungewisse. Was du bekommst, weißt du nicht.

Verbesserung? Oder doch eine Verschlechterung?

Die Grübelschleife ist perfekt.

3) Entscheidung ist Veränderung

Und Veränderung löst starke Gefühle aus.

Wir Menschen mögen es gern gemütlich, ohne Stress.

"Widerstand gegen jede Art von Veränderung ist die Fähigkeit, welche der Mensch am besten beherrscht." © Professor Jürg Meier (*1954)

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Entscheidung treffen - wie ging das nochmal?

In diesem Artikel zeige ich dir Wege auf, ​wie du eine Entscheidung treffen kannst.

Jede Entscheidung ist gut. Denn sie wird in bestem Wissen und Gewissen zu einem bestimmten Zeitpunkt getroffen.

Und zwar jetzt.

Was danach kommt, liegt nicht in deiner Hand.

Lese die folgenden Tipps und entspann` dich.

Sollte alles schlechter werden, fängst du von vorne an.

Dafür mit mehr Wissen.

Entscheidung treffen: leicht und individuell

  • Warte auf den Startschuss

Manchmal muss sich die Situation zuspitzen (RW). Erst diese Tatsache mobilisiert unsere Kräfte und wir können handeln. Das Leiden in der jetzigen Situation muss schlimmer sein, als die Angst vor der neuen.

Mit anderen Worten: Es kann nur besser werden.

Bis es soweit ist, bleibe ruhig. Halte die Augen auf (RW). Spreche darüber. Beobachte.

Wenn der Zeitpunkt kommt, wirst du es wissen.

​Wie?

Das ist der Punkt, an dem du spürst „Noch ein Tag mit diesem Problem und ich platze“.

  • Fahrt rückwärts

Ich kann mir keinen Fahrweg vorwärts vorstellen. Da ist nichts. Leere.

So überlege ich, wie der Weg aussehen würde, wenn ich vom Ziel bis hierher kommen wollte.

Plane rückwärts.

Frage dich: Was ist das ideale Ziel?

Wo stehst du jetzt? Was ist dazwischen?

Überlege, was du dafür brauchst.

Z.B. Ich will, dass mein Kind bessere/gute/andere Lehrer hat.

a) Wo gibt es das?

b) Was muss ich tun, um es zu bekommen?

Was willst du noch, um das Idealziel zu erreichen?

Z.B. Weniger Stress wegen Hausaufgaben.

a) Wo gibt es das?

b) Was muss ich tun, um es zu bekommen?

Zum Beispiel das Kind an einer Gemeinschaftsschule anmelden. Oder einer Privatschule. Aber die Bezahlung ist ein Problem. Da kommen wieder die 2 Fragen.

So hast du eine Wegbeschreibung zu deinem Ziel. Nur rückwärts.  

  • Temperament entscheidet

Wie würdest du dich verhalten, wenn du auf einem 4-Meter-Turm im Freibad stehen würdest?

​Erstmal schauen?

​Überlegen?

Beten?

Witze machen oder in die Hose?

Oder springst du zuerst und überlegst unterwegs, was für ein Mist du da gerade machst?

Ich gehöre zu der letzten Kategorie. Fange ich an zu überlegen, passiert gar nichts mehr.   

​Handle so wie du es auf einem Springturm tun würdest.  Das entspricht deinem Temperament.

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  • Und wenn es schon vorbei wäre?

Beantworte bitte diese Frage so ehrlich wie es nur geht. Wenn du zaubern und die Zeit nach vorne drehen könntest, zu dem Zeitpunkt an dem alles längst vorbei ist.

Wie würdest du dich dann fühlen?

Frei und gelassen?

Würde eine Last von deinen Schultern fallen?

Dann ist es nur Angst vor dem Schmerz. Es ist die Angst vor dem Stress und dem ersten Schritt.

Schreibe es auf oder erzähle es deiner Freundin.

Ich habe Angst, dass…

Meistens ist unser Verstand, mit all seinen Schreckensvorstellungen, viel kreativer als die Realität. Diese ist meist langweilig und unspektakulär.

​Beispiel

Was habe ich mir für Sorgen gemacht, als unsere Tochter mit dem Kinderbettchen aus unserem Schlafzimmer ausziehen sollte. Schlaflose Nächte. Bilder von weinenden, vernachlässigten Kindern. 

Vorwürfe, was für eine schlechte Mutter ich doch bin.

Oma mit den Tränen in den Augen: „Ach, Gottchen. Sie ist doch noch sooo klein.“ Als würde ich sie in die USA als Austauschschülerin schicken. Mit 2 Jahren.

Und dann kam der Tag.

Das Bett wurde umgestellt und die Tochter „juckte“ es kein bisschen.

Sie schlief durch.

​Gefühle sind keine Tatsachen. 

​Und schon gar nicht Beweise dafür, dass es so laufen wird, wie du es dir vorstellst. ​ 

Meistens kommt es anders: besser.

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  • Dein Kind ist dagegen  

Autistische Kinder verkraften Veränderungen nur schwer. So halten sie belastende Situationen länger aus, als es nötig wäre.

„Lieber Stress in der alten Schule, als etwas Unbekanntes in der neuen.“

Es gibt viele Menschen, die sagen: „Man muss auch gegen seinen/ihren Willen entscheiden.“

Davon halte ich nichts.

Warum?

Ein junger Mensch, der deine Entscheidung aus tiefstem Herzen ablehnt, wird dich eventuell sein Leben lang für alles verantwortlich machen, was schief läuft.

Mir geht es hier nicht um die Rolle der Eltern.

Ein Kind, das von so viel Widerstand erfüllt ist, ist für Gutes blind (RW).

Es wird automatisch nach Schlechtem suchen, um sich seine Wut und Ablehnung rechtfertigen zu können.

In diesem Zustand kann man tatsächlich nichts Positives sehen. Nur Negatives.

Alles was an Positivem geschieht, wird dem Zufall zugeschoben. Negatives und alle Fehler sind dann die Bestätigung für das ungute Gefühl.

Wenn es irgendwie geht, bereite das Kind vor. Schreibe ihm alle Vorteile der Entscheidung auf.

Warte, bis es den kleinsten Riss in seiner Abwehr gibt.

Handle dann. Dafür aber entschieden und schnell.

  • Suche nach Ähnlichem  

Suche nach geeigneten Situationen.

Gab es Veränderungen, die stressig waren? Die du aber letztendlich gut gemeistert hast?

Ein Umzug, bei dem dein Kind erst nach viel Zeit glücklich wurde?

Ein Schulwechsel?

Neue Schuhe, die zunächst gehasst, dann aber geliebt wurden?

Gehe diese Situationen durch.

Was hat gut funktioniert? Warum?

Kannst du diese Vorgehensweise auf das neue Problem übertragen?
Wie war deine Haltung? Abwartend-ängstlich?

Oder hattest du das Gefühl, dass dein Kind das schon packen wird? (RW)

Deine ruhige, entschiedene Haltung hilft dem Kind, sich an die Alternative zu gewöhnen.

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Wenn du

  • alle Vor- und Nachteile abgewogen hast,
  • mit deinem/r Partner/in gesprochen hast,
  • eine Entscheidung getroffen hast,

dann handle.

Ruhig und bestimmt.

Entscheidung treffen kann jeder.

Daraus Positives zu lernen nicht. 

Natürlich kann das eine katastrophale Idee gewesen sein.

Und natürlich können danach Tränen fließen.

Betrachte es als eine Lebenserfahrung, mach ein imaginäres Häkchen und mache weiter.

Schaue kurz, was falsch gelaufen ist und ändere deine Strategie.

Jede Katastrophe ist mal zu Ende. Und dann ist man klüger.

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Es kann aber genauso gut eine Flucht nach vorne sein.

Alles läuft gut und du hast dir umsonst Sorgen gemacht.

Gehen wir einfach mal davon aus, dass alles gut wird und du die richtige Entscheidung triffst.

Warum?

Tja.

Warum nicht?

Bleib positiv. Sei du selbst. 

Alles Liebe

Deine Tanja


​Bilder: pixabay.com/de

​User: Pixource

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