Buchrezension: Supergute Tage von Mark Haddon

Buchrezension: Supergute Tage von Mark Haddon

Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone von Mark Haddon

 

„Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone“

ist ein Roman. Es handelt von einem autistischen Jungen.

Handlung

Christopher Boone ist 15 Jahre, 3 Monate und 2 Tage alt als die Geschichte beginnt. Er lebt mit seinem Vater in einer ruhigen Siedlung, in einem ruhigen Haus. Die Mutter ist vor zwei Jahren gestorben. Weitere Geschwister gibt es nicht.

Eines Tages entdeckt Christopher Wellington, der mit einer Mistgabel erstochen, tot im Nachbarsgarten liegt. Wellington ist der Hund der Freundin seines Vaters, die keine Freundin mehr ist.

Christopher will unbedingt wissen, wer den Hund getötet hat. Trotz der Ermahnungen seines Vaters beginnt er die „Ermittlungen“.

Der junge Autist muss das Rätsel lösen. Er ist neugierig und sehr zielstrebig.

Seine Lehrerin gibt ihm den Rat, seine Ermittlungen in einem Buch festzuhalten. Das tut Christopher auf seine Art. Das Buch nennt er einen Kriminalroman, weil darin ein Mord passiert.

Die Kapitel werden nur durch Primzahlen nummeriert. Er mag Primzahlen. Was er nicht mag, sind die Farben gelb und braun und wenn sich das Essen auf seinem Teller berührt.

Der Junge hat nicht nur das Ziel, den Mörder zu finden, er will auch das Abitur in Mathe machen. Wenn er es schafft, wäre er der Erste an seiner Schule, denn es ist eine Förderschule.

Als sein Vater mit dem Jungen bei der Direktorin sitzt, ist diese von der Idee ganz und gar nicht begeistert. Vater wird wütend und schimpft: „Finden Sie nicht, dass Christopher schon genügend Scheiße am Hals hat, ohne dass Sie auch noch von oben auf ihn runterkacken?…“ (S. 65) Das hilft. Christopher darf das Mathe-Abitur machen.

 Und dann passiert es

An einem ganz normalen Abend passiert etwas Schlimmes: der Vater findet das Buch und wird sehr wütend auf den Sohn, da er ihm verboten hat, seine Nase in anderer Leute Angelegenheiten zu stecken. Christopher hat aber seine Nase rein gesteckt.

Nach einem heftigen Streit versteckt der Vater das Ermittlungsbuch. Das kann der Junge nicht akzeptieren. Er muss seinen unfertigen Kriminalroman wieder finden. Beim Suchen entdeckt der Junge Briefe, die an ihn adressiert sind. Sie sind von seiner Mutter, die nämlich gar nicht tot ist. Sie schreibt ihm fast jede Woche einen Brief. Wie versprochen. Der Vater hat gelogen.

Diese Lüge kann der junge Autist nicht verkraften. Er will zu seiner Mutter fliehen. Dafür muss er aber viele seiner Schwierigkeiten überwinden. Die Reise beginnt…

Autor und Schreibstil

Auf eine unnachahmliche Art beschreibt der Autor Mark Haddon die Sicht eines charmanten jungen Mannes, auf eine für ihn verwirrende Welt.

Eine Welt, die scheinbar ohne Regeln funktioniert und äußerst chaotisch daher kommt. Christopher erfindet Regeln, an die er sich hält. Manchmal mit Ausnahmen. Wie z.B. am dritten Schwarzen Tag, an dem er eigentlich nicht sprechen und essen dürfte. Aber da ist es erlaubt, die Augen zu schließen und die Zeichen eines solchen Schwarzen Tages zu übersehen.

Das Wechselbad der Gefühle der beiden Eltern ist sehr anschaulich beschrieben. Mutter und Vater kommen an ihre Grenzen. Und jeder von Ihnen geht anders mit diesem Problem um. Es ist dem Leser selbst überlassen, wer von den beiden gut oder böse ist. Vielleicht keiner. Vielleicht beide.

Das unnachgiebige Verhalten des Sohnes, seine Verhaltensprobleme und Rituale bringen beide Eltern an den Rand ihrer möglichen Kraft und Geduld.

Es ist witzig, traurig, realistisch und sehr unterhaltsam geschrieben. Das Buch ist in einem „Rutsch“ lesbar. Der Autor schreibt leicht und verständlich.

Ein tolles Buch.

 

In eigener Sache

Dies war das erste Buch, das uns als Erklärung für das Verhalten unseres autistischen Kindes von unserem Kinderpsychiater damals empfohlen wurde.

Meine Meinung dazu: Zu diesem Zweck ist es absolut nicht geeignet.

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Transparenz: Das Buch habe ich selbst gekauft. Es wurde nicht gesponsert.

Taschenbuch: 288 Seiten

Verlag: cbj (28. Januar 2015), früher cbt

11. Auflage

Erstmals als cbt Taschenbuch Juli 2006

ISBN-10: 3570403211

ISBN-13: 978-3570403211

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 15 Jahre


Bilder mit freundlicher Genehmigung: randomhouse.de

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