Buchrezension: Raus von Rüdiger Striemer

Buchrezension: Rüdiger Striemer Raus

„Raus: Mein Weg von der Chefetage in die Psychiatrie und zurück“

Eine wahre Geschichte.

Handlung

„Angststörung“ ist ein Tabuthema. Man hat es nicht und man spricht nicht darüber. Wer darüber spricht, macht sich angreifbar. Besonders als Mann.

Herzinfarkt versteht man, Krebs auch. Und Schlaganfall. Zur Not auch Diabetes, das kann man verstehen. Aber eine Angststörung? Das versteht man nicht.“ R. Striemer, S. 235.

Rüdiger Striemer schreibt über seine Angststörung und das sehr gut. Er ist „in den besten Jahren“, hat viel erreicht. Sein Job als Vorstand einer großen Firma ist stressig, aber er macht ihn ziemlich gut.

Doch ab und zu kommt dieser unerklärliche Schwindel. Anfangs kann der Autor ihn ausblenden, ausschalten, übergehen. Es wird schlimmer. Schlaflose Nächte, Angst und Panikanfälle machen ihm das Leben schwer. Er arbeitet weiter. Tut so, als wäre es ein vorübergehender Zustand.

Die Attacken werden heftiger. Die Abstände kürzer.

Eines Morgens geht gar nichts mehr. Es gibt kein „Weiter-Machen“ wie bisher. Eine Nachbarin fährt den verängstigten Mann in die psychiatrische Klinik. Denn Auto fahren kann er nicht mehr selbst.

Rüdiger Striemer, der erfolgreiche, unabhängige Chef lässt sich in die Psychiatrie einweisen. „Ein paar Tage oder Wochen und es ist vorbei“, denkt er. Es werden zwei Monate.

Nach diesen Wochen trennt sich seine Geschichte. In das „Vorher“ und das „Nachher“.

Autor und Schreibstil

Rüdiger Striemer, geboren in Bochum (1968). Co-Vorsitzender des Vorstands einer börsennotierten AG.

Eindrucksvoll, ohne jedoch zu sehr ins Persönliche zu verfallen, erzählt der Autor seine Sicht der Krankheit. Der Weg ist individuell und mutig. Der Autor beschreibt gut verständlich wie es zu den Symptomen kommt und was sie auslösen kann.

Der Begriff „Born-out“ wird erläutert und plausibel erklärt.

Eine beeindruckende Geschichte eines erfolgreichen Mannes, der der Krankheit zunächst hilf- und machtlos ausgeliefert ist. Aber es ist auch eine Geschichte des Erfolgs.

Rüdiger Striemer gibt nicht auf, sucht nach seinem Weg. Sein Kampf ist nicht geradlinig, aber erfolgreich. Und genau darum geht es in dem Buch. Um das Suchen nach den Gründen. Um den Mut zur Lücke.

Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein? Wozu ist das Ganze überhaupt gut? Was hilft in so einer Ausnahmesituation? Wie viel Leistung verträgt ein Mensch? Was ist zu viel?

Große Fragen. Sehr interessante Antworten.

Über die Sackgasse und das Leben danach.

Sehr empfehlenswert für alle, die die Gründe für die Angststörung besser verstehen wollen. Die mehr über die Krankheit und die Wege daraus kennen lernen wollen.

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Taschenbuch: 256 Seiten

Verlag: Piper Taschenbuch

Auflage: 1 (1. April 2016)

ISBN-10: 3492308929

ISBN-13: 978-3492308922


Bilder mit freundlicher Genehmigung: Verlag Piper Taschenbuch

Mehr Bücher findest Du hier.


 

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