Buchrezension: „Ich bin Autistin – aber ich zeige es nicht“

Buchrezension: "Ich bin Autistin - aber ich zeige es nicht"Buchrezension: „Ich bin Autistin – aber ich zeige es nicht: Leben mit dem Asperger-Syndrom“

Liane Holliday Willey ist eine spät diagnostizierte (im Buch noch gar nicht) Autistin.

In ihrem Buch beschreibt sie eindrucksvoll ihr gesamtes Leben. Von der Grundschule über das Studium, die Heirat bis hin zu Familienzeit mir drei Kindern. Eine Tochter ebenfalls mit Asperger-Diagnose.

Dass mit Liane etwas nicht stimmt, bemerkt sie zwar, aber in den frühen Teenagerjahren stört es sie nicht. Sie wird angenommen wie sie ist. Es ist eine behütete Kindheit.

Erst im Studium kommt die schmerzhafte Ernüchterung. Liane wird ausgegrenzt, hat keine Freunde und fühlt sich zunehmend einsam. Die Zeit des Studiums ist für die Autorin die schmerzhafteste.

Sie erzählt von ihren Schwierigkeiten in der Kommunikation, Wahrnehmung und Reizverarbeitung. Oft weiß sie nicht, warum sie sich so benimmt, wie sie es tut.

Nach dem Studium findet die hochqualifizierte Liane eine Anstellung an einer Universität. Alles ist perfekt, bis der Tag kommt, an dem sie in eine gefährliche Situation gerät und diese völlig falsch einschätzt. Am frühen Morgen ist sie alleine in ihrem Vorlesungsraum und wartet auf die Schüler.

Ein gerade aus dem Knast entlassener Mann nähert sich der Autorin gefährlich nahe. Sie versteht ihre Lage nicht, weicht aber zurück. Erst als der unangenehme Geruch des Mannes sie überwältigt, klingeln die Alarmglocken (RW). Die Anstellung an der Universität kündigt sie kurz nach diesem Erlebnis.

Es ist schwer für die Autorin, zu begreifen, warum sie die Menschen und ihr Verhalten so falsch deutet. Warum es den anderen Menschen so mühelos gelingt. Erst als ihre Tochter mit Asperger-Syndrom diagnostiziert wird, versteht sie die ganze Tragweite ihrer Andersartigkeit.

Das Buch

Dieses Buch kann/muss man mehrmals lesen. Liane H. Willey wirft ihre Sätze nicht einfach hin. Ihre Sätze sind geschliffen, überdacht und mehrfach überabeitet.

Jede Aussage trägt so viel Information in sich, dass man bei jedem weiteren Lesen neue Erkenntnisse gewinnt. Es ist kompakt, leicht und schwer zu gleich. Manchmal würde ich mehr wissen. Aber es gibt dann doch kein Beispiel. Z.B. wenn es um die Verständigung mit ihrem Mann geht.

Viele Aussagen sind treffend. Auf den Punkt genau. Diese eignen sich als Zitate. Mein Buch ist voll von Vermerken, Stichworten und unterstrichenen Stellen. Es ist klug, sympathisch, umfassend und interessant geschrieben.

Ein sehr schönes, sehr kompaktes Buch, das man am besten mehrmals liest. Nicht geeignet als leichte Lektüre im hektischen Alltag.

Autistische Frauen, die sich Zeit für die Sätze und Aussagen der Autorin nehmen, werden sich selbst entdecken können.

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Transparenz: Das Buch habe ich selbst gekauft. Es wurde nicht gesponsert.

Taschenbuch: 206 Seiten

Verlag: Verlag Rad und Soziales

Auflage: 1 (31. August 2014)

ISBN-10: 394566800X

ISBN-13: 978-3945668009


Bilder mit freundlicher Genehmigung: Verlag Rad und Soziales

Persönlicher Dank an Michael Schmitz: Autismus-Bücher

Mehr Bücher findest Du hier.


 

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