5. Flug Nr. 2, es geht weiter – Reisetagebuch

Und wieder.

Ich sitze im Flugzeug.

Ich fliege weiter

Nach dem Zwischenstopp in Moskau geht es weiter.  

Die Maschine hebt ab, mein Adrenalinpegel steigt exponentiell mit den Höhenmetern. 

Irgendwie muss ich mich beruhigen. Nochmal 2,5 Stunden Angst hält mein Nervensystem nicht aus. Ich riskiere einen Nervenzusammenbruch.

Genau wie im ersten Flugzeug sitze ich direkt am Fenster.

Das ist meine Aussicht:

Es geht weiter

Kreativität hilft

Das Wetter ist gut und sehr wolkig. 

Das ist meine Rettung. Die Wolkendecke unter uns schließt sich vollständig. Ich sehe die Höhe nicht mehr. Nun stelle ich mir vor, dass ich nicht im Flugzeug, sondern im Bus sitze. Die Wolken sind die Straße. Das Flugzeug fliegt nicht glatt. Es macht ununterbrochen ruckelnde Bewegungen. Genau wie ein Bus auf einer sehr holprigen Straße.

Nach und nach werde ich ruhiger.

Action im Flugzeug

Ich versuche sogar zu schlafen. Mein Nackenkissen ist unbeweglich und unbequem.

Kaum finde ich eine bequeme Position, kommt die Flugbegleitung mit den Getränken.

Kaffee, bitte“, bestelle ich.

Kaffee kommt und wird schnell ausgetrunken. Wieder versuche ich so unauffällig wie möglich (was dadurch noch auffälliger wirkt) eine Schlafposition zu finden. Mein Nackenkissen gebe ich auf.

Man kann im Flugzeug nicht schlafen, ist mein ernüchterndes Fazit. 

Dass die Rückenlehne nach hinten zu klappen ist, weiß ich (mal wieder) nicht.

Als ich mir endlich meinen dünnen Pullover unter das linke Ohr quetsche, kommt die Flugbegleitung mit dem Snack. Mensch, was sie hier auch für Unruhe sorgen.

Danach kann ich wieder nicht schlafen, denn die Reste der Snacks werden eingesammelt.

Und dann wird man gefragt, ob man etwas kaufen möchte. In irgendeinem Sky-Shop.

Ich bin genervt und müde.

Denke: „Nein! Ich will keinen Kaffee, keinen Saft und keinen Weißwein. Ich will auch nichts mehr essen oder kaufen. Lasst mich doch einfach mal schlafen!“ Ich sage nichts von alldem und gucke müde aus dem Fenster.

Wir landen, Juchhu!

Nach 2,5 Stunden landen wir auf einem winzigen Flughafen in der russischen Stadt mit dem interessanten Namen Tscheljabinsk.

Es wird nicht geklatscht.

Gefällt mir.

Meine Ankunftszeit hat sich um über eine Stunde verschoben. Das bedeutet weniger Schlaf.

Denn schon um 9:00 wartet der Mann namens Dennis auf mich.

Zur Erinnerung: Das ist meine Begleitung, die mein besorgter Mann für mich organisiert hat. Dennis soll mich mit seinem Auto nach Kasachstan bringen.  

Mein Hotel in Tscheljabinsk

Das Hotel steht tatsächlich fast auf dem Flughafengelände. Genau wie im Internet beschrieben.
Rechts auf dem Bild sieht man noch den Flughafen. Links ist das Hotel. 

Hotel Tscheljabinsk es geht weiter

Nur wenige Schritte und ich bin im Hotel. Meine Müdigkeit macht mich sehr, sagen wir mal, sprechverzögert.

Ich stehe mit meinem grünen Koffer an der Rezeption und stammle:

Ja…(russisch für „ich“)“.

Weiter komme ich nicht. Ich weiß nicht wie es auf Russisch heißt, dass ich ein Zimmer für heute Nacht gebucht habe.

Die Dame lächelt.

Fragt: „Sie sind aus Deutschland?

Ich nicke. Den Rest erledigt sie sehr professionell. Sie gibt mir den Schlüssel bzw. Karte zum Öffnen. Und das ohne weitere Worte. Die Zimmernummer schreibt sie mir auf ein Blatt Papier.

Wir verstehen uns gut.

Obwohl ich sehr, sehr müde bin, brauche ich ewig, bis ich endlich einschlafen kann. 
Aber irgendwann schaffe ich es tatsächlich.

Bilder: eigene

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